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  1907  -   Posaunenchor Emmaus Schwarzenberg-Neuwelt  -   2016

 © 2004 - 2015 Posaunenchor Emaus  1.1.2016


Kuhlo, Johannes

Organisator d. evangelischen Posaunenchöre,

* 8.10.1856 Gohfeld Kreis Herford (Westfalen), † 16.5.1941 Bethel bei Bielefeld


Schon als Kind nahm K. an den von seinem Vater seit 1854 organisierten neupietistischen Bläsertreffen der „Inneren Mission“ teil und spielte bereits mit 8 Jahren im Gohfelder Posaunenchor. Am ev. Gymnasium in Gütersloh gründete er, angeregt durch die musikalische Siegesfeier der Schlacht von Sedan, seinen ersten Posaunenchor, der nach seinem Abitur 1875 von den Brüdern Karl und Eduard fortgeführt wurde und bis heute besteht. Nach dem Studium der Theologie in Halle, Leipzig, Erlangen und Examen in Münster 1879 arbeitete er in der ev. Fürsorgeerziehung bei Joh. Wichern in Hamburg. Als Vikar und Hauslehrer seit 1881 in Alswede trat er offen für die konservative Partei von Adolf Stoecker gegen die Sozialdemokratie ein (daher der Name „Posaunengeneral“). 1882 wurde er als Pfarrer in Hülhorst ordiniert. An der handschriftlichen Sammlung von Bläsersätzen, die sein Vater 1867-79 aus Mangel an geeigneter Bläserliteratur für Laien zusammentrug, beteiligte sich K. mit Tonsatzbearbeitungen („Jubilate“ Posaunenbuch I u. II, ab 41891 von K. hrsg.). Gemäß dem damaligen restaurativ-kirchlichen Palestrina-Ideal sollten die Posaunenchöre die wortbezogene Gesangskunst nachahmen. Deshalb führte er die weicher klingenden Flügelhörner und zur Spielerleichterung die einheitliche B-Stimmung ein. Der einzelne hatte sich dem Ganzen unterzuordnen, solistisches Hervortreten blieb auf die Posaune beschränkt.
1893-1923 war K. Pfarrer und Leiter der Diakonenanstalt „Nazareth“ in Bethel bei Friedrich v. Bodelschwingh (Anstaltspastor bis 1925). Seine zahlreichen Reisen zur Ausweitung der Posaunenbewegung, die über Stationen der „Äußeren Mission" auch in andere Kontinente hineinwirkte, fielen in diese Zeit. Er führte stets sein Flügelhorn mit sich, das er, bekannt als „Original“, bei jeder Gelegenheit benutzte. Beeinflußt durch den Hymnologen Zahn und den Liturgiker Löhe, vollzog er als einer der ersten die Liturgie meist singend. In Bethel und in den Lazaretten des Weltkriegs ermunterte er die Kranken durch sein Spiel. Er verfaßte zahlreiche Schriften zur Reform des Gemeindegesangs, als Vorsitzender der Melodien-Kommission der Bielefelder Synode trat er für die ursprünglichen, lebhafteren Choralfassungen ein, deren Texte er von „Unsittlichem“ reinigte. Neben zahlreichen Liedsätzen und Heften gab er 1921 und 1928 zwei weitere, von Choralpurismus bestimmte Posaunenbücher heraus.